Einer meiner Werte ist Offenheit, denn ich stelle gerne Fragen und entdecke noch viel lieber Antworten. Aber: Manche Fragetypen werden mir auch zum Verhängnis.
Ich stelle dir nachfolgend zwei der Übeltäter vor und was sie mit mir gemacht haben. Vielleicht kennst du auch einen der beiden?
Gestatten: Fragetyp „Perfektionist“

Merksatz: Alles muss erstmal strategisch genauuuu durchdacht werden.
Charakter: neugierig, ambitioniert, manche sagen auch „verkopft“
Wirkung: Führt oft zur Prokrastination (wichtige Dinge vor sich herzuschieben)
Wie habe ihn entdeckt? Daran, dass ich mir so viele Fragen gestellt habe, die mich alle nicht weiterbrachten.
- Blogs? Liest noch jemand Blogs?
- Wie funktioniert Bloggen in Zeiten von KI?
- Wie blogge ich SEO konform?
- Wie formuliert man die besten Intros?
- Wie sollte der ideale Aufbau sein?
- Über welche Themen soll ich wann schreiben?
- Und so weiter …
Und all diese Fragen verhinderten, dass ich anfangen konnte. Sie gaben mir einerseits das Gefühl, ich müsste erst irgendwas lernen, mir erstmal strategische Gedanken machen oder mich an diese und jene Regeln anpassen, bevor ich anfange. Andererseits stellte ich mir vor, wie ich die Infos zusammentrage und das Thema „Bloggen“ immer größer wird, Schicht für Schicht, wie ein Berg. Und puh, woher die Zeit und Energie nehmen, diesen zu bezwingen?
Und wenn du jetzt denkst „Was ist das Problem: Einfach in ChatGPT eingeben, fertig“: Mmm, jein. Denn klar, die harten oberflächlichen Fakten lassen sich von Chatty leicht Zeile für Zeile zusammentragen, aber ich gebe mich nicht immer direkt mit den Antworten zufrieden. Vor allem dann nicht, wenn mir das Thema wichtig ist. Meistens fang ich doch selbst an zu recherchieren und so fall ich schnell rein ins Kaninchenloch und huch, schon so spät?
Aaaach, lieber zurück auf die Couch. Ich packe es erstmal auf die Liste, sagen wir mal auf Prio D. Sobald ich das und das fertig gemacht habe, dann …
Stoppstoppstoppstopp, Schluss damit. Sind doch alles Ausreden, wenn ich ehrlich bin! Denn eigentlich versteckt sich hinter diesen ganzen Fragen ein ganz anderer Fragetyp.
Na los, zeig dich: Fragetyp „Grübler“
Merksatz: Es kann nie schlimm genug werden. Nie.
Charakter: zweiflerisch, oft melancholisch, träge
Wirkung: Alles bleibt lieber erstmal so, wie es ist.

Es ist so: Ich habe auch Bammel davor, sichtbarer zu werden. Was könnten andere, was könntest du, nur darüber denken, wie ich mich präsentiere? Was ist, wenn ich wieder viel zu viel schreibe? Wenn mich keiner versteht oder ich zu langweilig bin? Wenn ich Fehler mache und diese auf einmal öffentlich sind? Was, wenn ChatGPT Recht hat und ich „holprig“ formuliere? (Denn so hat es – also das System – schon oft Formulierungen von mir bewertet. Immer was auszusetzen, irgendwie nie gut genug. Ist das die Default-Einstellung oder habe ich es so erzogen?)
Eigentlich Quatsch diese Grübelei. Ich schreibe hier bewusst eigentlich, weil ich finde, dass Grübeln menschlich ist und somit auch total okay. Es hält nur eben vom Machen ab.
Und somit komme ich zu der Figur in mir, die der Perfektionist und Grübler ganz schön gepiesackt haben:
Die Macherin
- Merksatz: Los geht’s!
- Charakter: freudig, kribbelig, selbstbewusst.
- Wirkung: Potentiale werden entdeckt und entfaltet.
Ich brauch doch nur meinen Laptop, Ruhe und meine Finger, um einfach anzufangen. Also los! Ich schreibe diesen ersten Beitrag frei heraus, quasi wie lautes Denken. Ohne dass ich die Fragen vom Perfektionisten beantwortet habe oder mit dem Grübler weiter aus dem Fenster schaue.
Wobei: Diese beiden figürlichen Fragetypen entstanden auch erst grad beim Schreiben. Dank ihnen habe ich wieder etwas begriffen – und auch dank dir. Denn ohne den Gedanken, dass diesen Text auch vielleicht mal jemand liest, wäre ich vielleicht auch nie über das weiße Blatt hinausgekommen. Und auch nicht ohne Miriam, die diesen Blog technisch aufgesetzt und mir eine klare Deadline für den ersten Text gegeben hat (DANKE MIRIAM!).
Hey, das erste Mal Bloggen hat sogar richtig Spaß gemacht. Vielleicht probierst du’s auch mal?
Janz locker frei rausschreiben, wie du denkst und sprichst. Und falls du‘s machst, bitte schick mir einen Link zu deinem Blog. Ich lerne gern Menschen kennen, die unsere Welt anders machen mit ihrer Art.
Beim nächsten Mal teile ich mit dir, wie ich eigentlich auf meine Blog-Kategorien gekommen bin.
Also, wenn du Lust hast:
Bis bald!
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